Gedanken zur Jahrelosung

Nun sind wir schon mittendrin im neuen Jahr. Höchste Zeit den Gemeindebrief fertig zu stellen. Aber halt, ab jetzt heißt es ja „Gemeinschaft aktuell“. Angeregt durch die Gemeindeanalyse im März 2011 wollen wir unser Informationsblatt so gestalten, das sich nicht nur „Insider“ zurechtfinden, sondern es auch als Einladeblatt für „Außenstehende“ genutzt werden kann. Ich bin gespannt, wie das neue Erscheinungsbild angenommen wird. Froh bin ich darüber, dass somit ein Vorhaben für das neue Jahr schon umgesetzt ist. Ich weiß nicht, ob ihre Vorhaben auch so gut gestartet sind. Um ehrlich zu sein hänge ich mit meinen persönlichen Vorhaben noch hinterher. Ich möchte mehr Ordnung auf meinem Schreibtisch halten. Gerade fällt mein Blick auf eine Karte, die meine Gedanken zu diesem Vorhaben gut wiedergibt.„Ich bin dann mal weg!“, ist ein Satz, der seit dem kommen Jesu, höchstens noch für uns Menschen zutrifft. Gott bleibt uns zugewandt. Von Mutter Theresa stammt folgendes Zitat: „Der Mensch ist von Gott nie weiter entfernt als ein Gebet.“ Im Gebet wende ich mich Gott zu. Ich wünsche uns für das zu Ende gehende Jahr, die erlebbare Nähe des uns zugewandten Gottes.

Mein Blick wandert weiter und bleibt bei dem Buch von Elke Werner zur Jahreslosung hängen: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!" Was für ein Mut machendes Wort. Und das nicht nur im Blick auf meinen Schreibtisch. Gottes Kraft will in uns wirken, will sich in uns entfalten. Ja, meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Ach, da liegt doch neben dem Buch von Elke Werner das Begleitheft zur Allianzgebetswoche. "Verwandelt durch Jesus Chrisus", so wird das Thema sein. Dass passt gut zurJahreslosung. Sich Gottes Kraft öffnen, heißt verwandelt werden. Bin ich bereit für eine Verwandlung? Will ich Jesus an mir arbeiten lassen? Mein Schreibtisch ist eine wahre Fundgrube. Da schaut doch unter dem Entwurf für „Gemeinschaft aktuell“ meine Bibellesehilfe von Dezember 2011 hervor. Ein Spruch von Augustinus leuchtet mich an: "An Gott mich klammern, das ist meine Kraft."

Und gleich daneben ein Wort von D. Bonhoeffer: "Das neue Jahr wird kein Jahr ohne Angst, Schuld und Not sein. Aber dass es in aller Angst, Not und Schuld ein Jahr mit Gott sei, dass unserem Anfang mit Christus eine Geschichte mit Christus folge, die ja nichts ist als tägliches Anfangen, darauf kommt es an." Da hält mir mein Schreibtisch doch glatt eine Predigt. Fasst bin ich geneigt es als Ausrede zu gebrauchen und das Chaos einfach zu lassen. Andererseits Ist es wohl eher ein Beleg dafür, dass Gott Humor hat und auch aus dem größten Schreibtischchaos noch etwas Gutes machen kann. Und da bin ich wieder bei der Jahreslosung. Gerade aus meiner Schwachheit kann Gott etwas machen. Meine Schwachheit kann nicht als Entschuldigung herhalten, etwas nicht zu machen. In dem Lied von Gerhard Schnitter zur Jahreslosung heißt es: "Wenn du schwach bist, dann vertraue mir, denn meine Kraft ist in dir." Das ist es! Gott fordert mich neu heraus ihm zu vertrauen. Auch in den kleinsten Alltagssituationen ist er mit seiner Kraft in uns. Ob ich mit Zittern und Zagen meinen Nachbarn zum Hauskreis einlade, ein klärendes Gespräch mit meinem Arzt habe, oder meinen Schreibtisch aufräume. Er will mit seiner Kraft dabei sein.

Ihr/Euer